Kommerzielle Elemente (Commercial Elements)

Aus Apps für Kinder
Wechseln zu: Navigation, Suche

Worum geht es?

Kommerzielle Elemente sind in vielen (Kinder-) Apps vorhanden. Durch die schnelle Verbreitung des Angebots über das Netz lassen sich leicht Umsätze generieren und Gewinne erzielen. Dabei lassen sich zwei große Teilbereiche unterscheiden. Dies sind zum einen Werbeinhalte, die in verschiedenen Formen auftreten können und zum anderen unterschiedliche Bezahlmodelle. Neben klassischen Preisgestaltungen und Kauferlebnissen haben sich sogenannte Freemium-Modelle etabliert. Diese bieten Vollprodukte kostenlos an, um zu einem späteren Zeitpunkt innerhalb der Nutzungssituation zu monetarisieren. Insbesondere bei einer Kauf- bzw. Nutzungsentscheidung durch das Kind, bauen diese Modelle bewusst Einstiegshürden ab. Ob dadurch vom Produkt überzeugt werden oder die „Pester Power“ genutzt werden soll, ist sicherlich von Fall zu Fall unterschiedlich. Für Erwachsene ist dies (meist) ersichtlich, Kinder hingegen nehmen gerade (versteckte) Werbung oft nicht als solche wahr. Im Rahmen dieses Kriteriums geht es darum zu prüfen, ob und welche kommerziellen Elemente in der App erscheinen.

Prüffragen

1. Sind kommerzielle Elemente enthalten? Wenn ja, welche? (Werbung, Sponsoring, Werbebanner, Product Placement usw.)(Bezahlsysteme: Vollpreis, Paymium (Kostenpflichtig + optionale Käufe), Freemium (kostenlos + optionale Käufe), Kiosksystem / in app purchases usw.)

1.1 Wird die Art der Vermarktung klar kommuniziert?

1.2 Ist beim Erwerb der App bereits bekannt, ob Werbung oder nachträgliche Käufe verwendet werden?

1.3 Gibt es verschiedenen Varianten des Erwerbs (kostenpflichtig ohne Werbung, kostenlos mit Werbung)?

1.4 Wird über Preise und Widerspruchsrechte informiert (evtl. auch als Information für die Eltern)?

1.5 Gibt es einen werbefreien Spiel- bzw. Kinderbereich?

1.6 Ist der Spielerfolg an den Kauf zusätzlicher Inhalte etc. gekoppelt?

1.7 Kann der Spielverlauf/erfolg durch Zuzahlungen bzw. den Kauf zusätzlicher Inhalte beschleunigt werden?


2. Ist die Werbung altersgerecht bezogen auf die angestrebte Zielgruppe?

2.1 Werden dabei die gesetzlichen Bestimmungen (siehe Jugendmedienschutzstaatsvertrag) eingehalten, zum Beispiel “keine direkte Kaufaufforderung”?

2.2 Führen die Werbeinhalte zur körperlichen oder seelischen Beeinträchtigung der Kinder?

2.2.1 Werden Kinder und Jugendliche in gefährlichen Situationen gezeigt?

2.2.2 Werden entwicklungsbeeinträchtigende oder -gefährdete Inhalte wie beispielsweise Tabak, Alkohol, Erotik, Extremismus, Menschenwürdeverletzung sowie selbst- oder fremdschädigende Verhaltensweisen (Ritzen, ProAna) beworben?

2.3 Wird die Leichtgläubigkeit von Kindern durch direkte Aufrufe oder durch Aufrufe von kindlichen/jugendlichen Darstellern oder durch das Locken mit Prämien und Vorteilen zum Kauf und Mieten von Waren und Dienstleistungen ausgenutzt?


3. Werden die Kinder durch die Werbung an der Nutzung der App gehindert? (z.B.: durch Pop-ups, die sich nicht mehr schließen lassen)

3.1 Wird die App durch ihre Inhalte oder durch integrierte Werbeformen geprägt? Ist die Werbung interaktiv (z.B. anklickbar) oder statisch?

3.2 Kann die Werbung entfernt / weg geklickt werden?

3.3 Kann man durch die Werbung auf andere Seiten weiter geleitet werden? Wenn ja, wird es klar als externer Link gekennzeichnet?


4. Werden Kinder im Rahmen von Werbung nach personenbezogenen Daten gefragt?

4.1 Wird bei zielgruppenspezifischer Werbung (Targeting), die personenbezogene Daten nutzt, zuerst eine datenschutzrechtliche Einwilligung eingeholt?

4.1.1 Werden die Nutzer über die Datenverwendung informiert?

4.1.2 Werden die Eltern einbezogen und nach ihrer Zustimmung gefragt, sofern eine Datenabfrage bei Kindern erfolgt?

4.2 Werden die Kinder nach Feedback zur App per Mail gefragt oder kann dies anonym erfolgen?


5. Wie sind die „Einstiegshürden“ für das Bezahlsystem beschaffen?

5.1 Ist der „Kiosk“ nur durch eine Verifikation bzw. ein elterliches Passwort zu erreichen?

5.2 Welche Bezahlmöglichkeiten werden offeriert?

5.2.1 Ist eine Verifikation durch die Eltern erforderlich?

5.2.2 Werden Bezahlmöglichkeiten offeriert, die u.U. keiner sofortigen elterlichen „Kontrolle“ unterliegen (Telefonanruf, SMS, Paysafe o.ä.)?

5.3 Wird sichergestellt, dass Käufe nicht finanziell überhand nehmen können?

5.3.1 Gibt es einen (täglichen) Höchstbetrag?

5.3.2 Gibt es eine (tägliche) Begrenzung der Käufe?

5.4 Ist gewährleistet, dass das Kind keine weiteren Apps kaufen kann?

5.5 Sind Abonnements deutlich gekennzeichnet?

5.6 Werden Kinder moralisch oder emotional gebunden und unter (Kauf-)Druck gesetzt (Bsp. Tierpflege-Apps)?


6. Wird das Kind veranlasst/instrumentalisiert, für diese App selbst Werbung bei anderen zu machen?

6.1 Erfolgen Verweise auf nicht kindgerechte Communities?

6.1.1 Wird zur Abgabe von Likes über Facebook, Google+, Twitter o.a. aufgefordert?

6.1.2 Wird mit der Anzahl der Likes geworben?

6.1.3 Erfolgt das Liken sichtbar, indem die Seite aufgerufen wird, oder wird im Hintergrund gezählt?

6.2 Werden Kinder aufgerufen, eine dritte Person vom Kauf zu überzeugen, z.B. die Eltern sollen den Kauf genehmigen?

6.3 Wird das Kind aufgefordert, ein Feedback zur App zu hinterlassen, dass möglicherweise von anderen geliked werden kann?

6.4 Wird das Kind dazu aufgefordert, seine Freunde - womöglich noch namentlich - auf diese App hinzuweisen?

Meine Werkzeuge
Namensräume

Varianten
Aktionen
Navigation
Apps für Kinder
English Version
Sonstiges
Werkzeuge